Porto wird teurer: Was sich bei Briefen und Paketen ändert – und wie ihr trotzdem spart

Briefporto 2027, Paketporto 2027 und neue Briefformate: Was die geplante Erhöhung bedeutet, welche Preise realistisch sind und mit welchen Tricks ihr beim Versand Geld spart.

Der Brief wird teurer, und zwar kräftiger als je zuvor. Die Bundesnetzagentur will der Deutschen Post ab dem 1. Januar 2027 den größten Preisspielraum ihrer Geschichte einräumen. Gleichzeitig ändern sich zum Jahreswechsel einige Briefformate. Wer regelmäßig Post oder Pakete verschickt, sollte jetzt wissen, was auf ihn zukommt – und wie man gegebenenfalls sparen kann. Wichtig vorab: Die konkreten Preise stehen noch nicht fest. Alle Zahlen in diesem Artikel sind Stand Mitte Oktober 2026 und teilweise Modellrechnungen.

Porto 2027: Was gilt, was vorgeschlagen ist, was offen ist

StatusWas dazugehört
Gilt heuteDie aktuellen Entgelte der Deutschen Post. Die Genehmigung ist laut Beschlusskammer 5 der Bundesnetzagentur bis zum 31. Dezember 2026 befristet.
Vorgeschlagen (Entwurf vom 12. Oktober 2026)Preisspielräume von durchschnittlich 20,35 Prozent für Privatkunden-Briefe, 20,35 Prozent für Geschäftspost und 10,72 Prozent für Privatkunden-Pakete. Geltungsdauer: 1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2028.
Noch offenDie konkreten Preise einzelner Produkte (Standardbrief, Postkarte, Päckchen, Pakete). Die Post beantragt sie erst nach der endgültigen Entscheidung, die Bundesnetzagentur genehmigt sie dann in einem Entgeltverfahren.
Berichtet, nicht bestätigtÄnderungen bei Brief- und Päckchenformaten ab 2027 (siehe unten). Sie stützen sich auf Medienberichte zum Entscheidungsentwurf, nicht auf eine Mitteilung der Post an Verbraucher.

Verbindlich beschlossen ist für 2027 also noch gar nichts. Laut Pressemitteilung der Bundesnetzagentur können Deutsche Post, Wettbewerber, Verbraucherschutzorganisationen und andere Interessierte den Entwurf bis zum 30. Oktober 2026 kommentieren. Die finale Entscheidung wird voraussichtlich im November veröffentlicht.

Briefporto 2027: Spielraum ist nicht gleich Preis

Hier steckt die wichtigste Unterscheidung. Die Bundesnetzagentur legt keine Einzelpreise fest, sondern einen durchschnittlichen Preiserhöhungsspielraum je Produktgruppe („Korb“). Wie die Post ihn nutzt, entscheidet sie selbst. Nach Angaben der Behörde kann sie einzelne Produkte stärker und andere schwächer anheben, solange die Preise im Rahmen bleiben und genehmigt werden.

Das bedeutet in der Praxis:

  • 20,35 Prozent sind ein Durchschnitt, keine Garantie für jedes Produkt.
  • Einzelne Preise können stärker steigen. Ein Beispiel aus der letzten Runde: 2024 lag der Spielraum für Briefe bei 10,48 Prozent. Der Standardbrief stieg zum Januar 2025 von 85 auf 95 Cent, das sind rund 11,8 Prozent und damit mehr als der Durchschnitt.
  • Rechenbeispiel, keine Preisankündigung: Würde die Post alle Briefprodukte gleichmäßig um 20,35 Prozent anheben, läge der Standardbrief laut mehreren Berichten bei rund 1,14 Euro statt 95 Cent. Möglich sind auch gerundete Preise oder ganz andere Verteilungen.

Dasselbe gilt für Pakete: Der Spielraum von 10,72 Prozent betrifft den Korb der Privatkunden-Pakete insgesamt. Für das einzelne DHL Paket oder Päckchen ist damit noch kein Preis festgelegt. Vertragspartner für das nationale DHL Paket von Privatkunden ist laut DHL die Deutsche Post AG, also genau das Unternehmen, das die Entscheidung betrifft.

Warum Briefe und Pakete teurer werden könnten

Die Bundesnetzagentur nennt als Hauptgrund die stark sinkenden Briefmengen. Kommunikation verlagert sich auf digitale Kanäle, und ab 2028 sind elektronische Rechnungen für Unternehmen verpflichtend. Weniger Briefe bedeuten höhere Kosten pro Brief, denn Netz, Zustellung und Transport müssen trotzdem aufrechterhalten werden.

Der Spielraum setzt sich laut Behörde aus drei Bausteinen zusammen:

  1. Inflation: für zwei Jahre zusammengefasst 4,04 Prozent.
  2. Produktivitätsrate: Sie ist negativ, weil die Effizienz die Folgen sinkender Mengen nicht mehr ausgleichen kann. Sie beträgt minus 16,31 Prozent für Privatkunden-Briefe und Geschäftspost sowie minus 6,68 Prozent für Privatkunden-Pakete.
  3. Angemessener Gewinnzuschlag.

Daraus ergeben sich die genannten Werte, im Vergleich zur letzten Entscheidung:

KorbEntscheidung 2024Entwurf 2026
Privatkunden-Brief10,48 Prozent20,35 Prozent
Geschäftspost10,48 Prozent20,35 Prozent
Privatkunden-Paket7,21 Prozent10,72 Prozent

Die Post hatte laut Bundesnetzagentur einen noch höheren Spielraum gefordert. Die Behörde blieb darunter und erkannte geltend gemachte Mehrkosten nicht in voller Höhe an.

Neue Briefformate ab 2027? Das wird berichtet

Neben den Preisen sollen sich 2027 auch Formate ändern. Laut inside digital, das den Entscheidungsentwurf ausgewertet hat, betrifft das vor allem:

  • Großbrief: künftig bis 3 statt 2 Zentimeter Dicke und bis 1.000 statt 500 Gramm
  • Maxibrief: größer und schwerer (bis 2.000 Gramm), aber nur noch bis 3 statt 5 Zentimeter dick
  • Maxibrief mit Zusatzentgelt: soll entfallen
  • Päckchen: Änderungen geplant, die Einzelheiten sind im Entwurf geschwärzt

Wichtig: Diese Angaben konnte ich nicht anhand einer eigenen Mitteilung der Deutschen Post bestätigen. Prüft vor dem Versand die offiziellen Hinweise der Post, sobald die Produktdetails veröffentlicht sind.

So könnt ihr beim Versand trotzdem sparen

Preise können sich ändern, die Regeln für ein günstiges Versenden bleiben meist gleich. Die folgenden Tipps stützen sich auf aktuelle Preislisten der Anbieter. Wo ein Vorteil nur unter Bedingungen gilt, steht das dabei. Alle Preise sind Stand 14. Oktober 2026 und können sich 2027 ändern.

1. Das richtige Produkt wählen: Brief, Warensendung, Päckchen oder Paket

Der größte Hebel ist nicht der Anbieter, sondern das Produkt. Laut DHL-Preisliste gilt aktuell:

  • Großbrief (bis 500 g, maximal 35,3 × 25 × 2 cm): 1,80 Euro, mit Basis-Sendungsverfolgung, die nur die Bearbeitung in den Briefzentren dokumentiert, nicht die Zustellung
  • Warensendung (bis 1.000 g, Versandtasche, maximal 35,3 × 25 × 5 cm): 2,70 Euro, ohne Sendungsverfolgung und ohne Haftung, Laufzeit etwa vier Werktage, Abgabe in der Filiale oder im Briefkasten
  • Päckchen S (bis 2 kg, 35 × 25 × 10 cm): 4,19 Euro, ohne Sendungsverfolgung und ohne Haftung
  • Paket 2 kg (60 × 30 × 15 cm): 6,19 Euro, mit Sendungsverfolgung und Haftung bis 500 Euro, nur online buchbar

Wer etwas Flaches und Leichtes verschickt, spart mit Großbrief oder Warensendung also deutlich gegenüber dem Päckchen. Der Preis dafür: weniger Absicherung und Tempo. Ob und wie sich Warensendung und Brieferzeugnisse 2027 verändern, ist offen.

2. Online frankieren: Wo es wirklich günstiger ist

Hier lohnt der genaue Blick, denn pauschal stimmt der Tipp nicht:

  • DHL national: Die Preisliste nennt für Päckchen und Pakete je Produkt einen Preis. Einen pauschalen Online-Rabatt weist DHL national nicht aus. Der Vorteil liegt im Produkt: Das Paket 2 kg für 6,19 Euro gibt es nur online. Bei der Online-Frankierung gibt es zudem Services wie die Abholung (3,00 Euro Aufpreis, kostenlos ab vier online frankierten Paketen pro Warenkorb).
  • Hermes: Laut myHermes ist der online erstellte Paketschein in jeder Paketklasse günstiger als der Paketschein im PaketShop. Beispiel Haustür-Zustellung, S-Paket: 5,79 statt 6,79 Euro. Beim M-Paket sind es 6,99 statt 7,95 Euro, beim L-Paket 10,99 statt 11,95 Euro.
  • GLS: Auf der GLS-Preisübersicht werden Online-Preise und Zahlung im ParcelShop getrennt ausgewiesen. Für die Größe XS nennt der Vergleichsdienst Paketda 5,00 Euro bei Zahlung im Shop, 4,59 Euro online mit Haustür-Zustellung und 3,29 Euro online mit Zustellung an einen ParcelShop.

Kein Drucker? Bei DHL funktioniert die Versandmarke laut DHL auch per QR-Code, den ihr in einer Filiale, an einer Packstation oder beim Zusteller ausdrucken lasst.

3. Paketshop statt Haustür: Zustellung an einen Shop

Wenn der Empfänger einverstanden ist und einen Paketshop in der Nähe hat, ist die Zustellung an einen Shop oft die günstigste Variante. Das ist bei Hermes offiziell belegt:

Hermes (online)Zustellung an PaketShopZustellung an die HaustürErsparnis
Päckchen3,99 Euro5,19 Euro1,20 Euro
S-Paket4,89 Euro5,79 Euro0,90 Euro
M-Paket5,90 Euro6,99 Euro1,09 Euro
L-Paket9,90 Euro10,99 Euro1,09 Euro

Quelle: myHermes, gültig ab 2. März 2026. Bei der PaketShop-Zustellung hat der Empfänger laut Hermes 7 Werktage Zeit, die Sendung abzuholen. Auch GLS und DPD bieten günstigere Shop-Tarife an, bei GLS etwa 3,29 statt 4,59 Euro für XS.

Und die DHL Packstation? Für die Abgabe weist DHL in der Preisliste keinen Preisvorteil aus. Der Nutzen ist die Bequemlichkeit. Beachtet die Voraussetzungen: Die Sendung muss vorab frankiert sein, das Format muss zwischen 15 × 11 × 1 und 75 × 60 × 40 Zentimetern liegen, und Warensendungen, Groß- und Maxibriefe, Express und Sendungen mit Transportversicherung sind ausgeschlossen.

4. Anbieter vergleichen: Gewicht gegen Größe

Die Anbieter rechnen unterschiedlich, und genau darin liegt das Sparpotenzial:

  • DHL staffelt nach Gewicht (2, 5, 10, 20 und 31,5 kg) mit Maximalmaßen von 120 × 60 × 60 Zentimetern.
  • Hermes richtet sich nach den Maßen (längste plus kürzeste Seite), nicht nach dem Gewicht.
  • DPD und GLS arbeiten ebenfalls mit Größenklassen.

Zwei Beispiele mit den aktuellen Hermes- und DHL-Preisen (Zustellung an die Haustür, online):

  • Kompaktes, schweres Paket: 40 × 30 × 10 cm, 4 kg. Hermes S-Paket (längste plus kürzeste Seite 50 cm): 5,79 Euro, bei PaketShop-Zustellung 4,89 Euro. DHL Paket 5 kg: 7,69 Euro. Hermes ist hier um 1,90 bis 2,80 Euro günstiger.
  • Großes, leichtes Paket: 100 × 50 × 40 cm, 3 kg. Bei Hermes landet es mit 140 Zentimetern in der Klasse XL (28,99 Euro, nur mit Abholung). Bei DHL passt es ins Paket 5 kg für 7,69 Euro. Hier ist DHL deutlich günstiger.

Das Fazit: Weder DHL noch Hermes sind immer günstiger. Entscheidend sind Gewicht und Maße der konkreten Sendung. Nutzt die offiziellen Rechner, etwa den DHL Portoberater und den Hermes Versandkostenrechner, oder den anbieterübergreifenden Paketda-Vergleich, der nach eigenen Angaben keine Provisionen erhält. Bedenkt: Hermes, DPD und GLS legen ihre Preise selbst fest. Die Bundesnetzagentur-Entscheidung betrifft nur die Deutsche Post. Hermes hat seine Preise bereits im März 2026 angehoben, DPD und GLS kurz darauf. Wie sie 2027 reagieren, ist offen.

5. Die passende Größe wählen

Kleine Unterschiede in der Verpackung schlagen sich direkt im Preis nieder:

  • Eine Klasse kleiner: Ein Päckchen S kostet 4,19 Euro, ein Päckchen M 5,19 Euro. Passt der Artikel in S, spart ihr einen Euro.
  • Quaderform: Sendungen, die nicht quaderförmig sind oder herausragende Teile haben, gelten als Sperrgut. Bei Hermes kostet das 19,95 Euro Zuschlag, bei DHL 28,99 Euro. Verpackt Waren deshalb als glatten Quader.
  • Abholung abwägen: Die Abholung kostet bei DHL 3,00 Euro extra, außer ihr frankiert ab vier Paketen pro Warenkorb online. Wer nur ein Paket verschickt, gibt es meist günstiger selbst ab.
  • Nachmessen: Bei Hermes und DPD zählen längste plus kürzeste Seite. Ein Zentimeter zu viel kann in die nächste, teurere Klasse führen.

6. Mehrere Artikel zusammen versenden

Ein Paket ist fast immer günstiger als zwei, wenn Gewicht und Maße es erlauben. Das zeigt die DHL-Preisliste:

  • Zwei Päckchen S kosten zusammen 8,38 Euro. Ein Paket 2 kg (bis 60 × 30 × 15 cm) kostet 6,19 Euro und spart 2,19 Euro, zusätzlich mit Sendungsverfolgung und Haftung.
  • Zwei Pakete à 5 kg kosten 15,38 Euro. Ein Paket 10 kg kostet 10,49 Euro und spart 4,89 Euro.

Beim privaten Verkauf hilft der Kombiversand. Laut eBay-Hilfe können Verkäufer mehrere Artikel eines Käufers in einem Paket verschicken und eine Rechnung mit Kombiversand ausstellen. Über die Versandrabatt-Regeln lässt sich festlegen, dass jeder weitere Artikel nur einen festen Betrag kostet. Einschränkungen gibt es: Nicht alle Artikel sind geeignet, etwa solche, die per Preisvorschlag gekauft wurden. Ob der Verkäufer kombiniert, liegt in seinem Ermessen. Als Käufer fragt ihr einfach nach, bevor ihr bezahlt.

7. Privat verkaufen auf eBay und anderen Plattformen

  • Versandkosten realistisch kalkulieren: Wiegt und messt den verpackten Artikel und ermittelt die Paketklasse. So gebt ihr in der Anzeige keine zu niedrigen Kosten an und zahlt am Ende nicht drauf.
  • Etikett vergleichen: Vergleicht den Preis des Etiketts auf der Plattform mit dem Online-Preis des Dienstes. Pauschale Sonderpreise für Plattform-Verkäufer konnte ich nicht belegen.
  • Absicherung prüfen: Viele Plattformen knüpfen ihren Verkäuferschutz an einen Versandnachweis. Lest die aktuellen Bedingungen, bevor ihr ein Päckchen ohne Sendungsverfolgung wählt.
  • Verpackung wiederverwenden: Gebrauchte, stabile Kartons kosten nichts und führen nicht automatisch in eine höhere Klasse.

8. Sendungsverfolgung und Versicherung: Wann es sich lohnt

Hier gilt: Absicherung kostet, fehlt sie, trägt ihr das Risiko selbst. Die belegten Eckdaten:

ProduktSendungsverfolgungHaftung
DHL Päckchenneinkeine
DHL Paketjabis 500 Euro, mit Transportversicherung bis 2.500 Euro (+ 6,99 Euro) oder 25.000 Euro (+ 19,99 Euro)
Hermes Päckchenjabis 50 Euro
Hermes Paketejabis 500 Euro
GLSjabis 750 Euro (laut GLS-Leitfaden 2025)
DPDjabis 520 Euro, bei Paketshop-Zustellung geringer

Daraus lassen sich zwei konkrete Rechnungen ableiten:

  • DHL Paket 2 kg statt Päckchen: Das Paket kostet nur 1,00 Euro mehr als das Päckchen M und 2,00 Euro mehr als das Päckchen S, bringt aber Sendungsverfolgung und Haftung bis 500 Euro. Bei Waren, die ihr im Verlustfall ersetzen müsstet oder erstattet bekommen wollt, ist das oft der günstigere Schutz.
  • Briefe: Laut DHL-Preisliste kostet ein Einschreiben Einwurf 2,35 Euro Aufpreis (Haftung bis 20 Euro), ein Einschreiben Standard 2,65 Euro (bis 25 Euro) und ein Einschreiben Wert 4,45 Euro (nur in der Filiale, bis 500 Euro). Diese Zuschläge gelten bis zur Neuregelung zum Jahreswechsel, ihre Höhe für 2027 ist offen.

Beachtet außerdem: Eine Haftung setzt in der Regel eine ausreichende Verpackung voraus (GLS nennt das ausdrücklich). Pakete mit Transportversicherung können bei DHL nicht über die Packstation versendet werden.

9. DHL Sparset-Coupon-Codes: den alten Paketpreis einfrieren

Das ist der Hebel mit dem größten Potenzial, und er ist belegt. Bei DHL könnt ihr Sparsets mit je zehn Paketmarken als Online-Coupon-Codes kaufen. Laut DHL sind die Coupon-Codes drei Jahre lang gültig. Ihr zahlt den aktuellen Preis und löst die Codes später in der DHL Online Frankierung (oder der Post & DHL App) für eine Versandmarke ein.

Was dafür spricht:

  • Die Codes gelten für ein bestimmtes Produkt (zum Beispiel Päckchen S oder Paket 5 kg), nicht für einen Geldbetrag. Steigt der Preis, bleibt der Code für dieses Produkt trotzdem einlösbar.
  • Bei früheren Runden hat das funktioniert. Paketda schrieb zur Erhöhung zum 1. Januar 2025, die Codes gälten auch nach der Preiserhöhung, ohne dass die Differenz nachgezahlt werden muss. Auch inside digital hat den Trick damals beschrieben, mit dem Hinweis, dass die Codes ab Kauf drei Jahre gültig sind.
  • Ihr bekommt obendrauf den Sparset-Rabatt: laut DHL-Preisübersicht 0,10 Euro je Marke bei Päckchen sowie Paketen bis 5 kg und 0,30 Euro je Marke bei Paketen ab 10 kg. Ihr könnt 10er-Sets verschiedener Päckchen- und Paketmarken in einem Warenkorb kombinieren.
  • Bei einem Kauf Ende 2026 laufen die Codes länger als der geplante Preiszeitraum 2027 bis 2028. Die Gültigkeit rechnet laut inside digital ab Kauf, also bei Kauf im Dezember 2026 bis Dezember 2029.

Was dagegen spricht oder noch offen ist:

  • Es ist kein Garantieversprechen für 2027. Es gibt bis jetzt keine offizielle DHL-Aussage, die ausdrücklich für die Erhöhung 2027 zusagt, dass die Codes ohne Aufzahlung gelten. Die Praxis der letzten Runden spricht dafür, die Zusage für 2027 steht aber aus. Deshalb gilt: Prüft die aktuellen Teilnahmebedingungen vor dem Kauf.
  • Ihr geht in Vorleistung. Es gibt nur Zehnersets, ihr bindet also Geld. Wie viel ihr spart, hängt von der Preisentscheidung ab: Ersparnis je Code = neuer Preis minus Sparset-Preis je Marke. Ob und wie ungenutzte Codes erstattet werden, habe ich nicht geprüft.
  • Nur Päckchen und Pakete. Für Briefe, Briefmarken und Warensendungen gilt das nicht – zumindest gibt es bisher noch keine Informationen darüber.
  • Nur sinnvoll, wenn ihr sie verbraucht. Rechnet realistisch, wie viele Sendungen ihr in drei Jahren verschickt. Vergleicht den Sparset-Preis auch mit Hermes, DPD oder GLS, denn deren Preise bleiben von dieser Regel unberührt.
  • Zeitfenster: Der Vorteil gilt nur bei einem Kauf vor der Preisänderung. Nach der Preisänderung kosten auch neue Sparsets den neuen Preis.

Wer ohnehin regelmäßig DHL nutzt, kann den Preisanstieg damit für die gekauften Sendungen also tatsächlich bis zu drei Jahre hinauszögern, nicht für alle Sendungen und nicht ohne Risiko. Wer nur zwei oder drei Pakete im Jahr verschickt, bindet dafür zu viel Geld.

Kurz-Check: Welche Tipps nachweislich helfen

TippBelegte WirkungBedingung
Zustellung an Hermes PaketShop statt Haustür0,90 bis 1,20 Euro günstigerEmpfänger holt im Shop ab
Hermes-Paketschein online statt im Shopbis zu 1,00 Euro günstigerZustellung an die Haustür
Ein Paket statt zweiz. B. 2,19 Euro (2 × Päckchen S gegen Paket 2 kg)Gewicht und Maße passen
Päckchen S statt M1,00 EuroArtikel passt in S
Großbrief statt Päckchen S2,39 Eurobis 500 g, maximal 2 cm dick, ohne Haftung
Keine Sperrgutzuschläge19,95 bis 28,99 EuroSendung quaderförmig verpacken
Anbietervergleichje nach Sendung bis zu mehreren EuroGewicht und Maße konkret rechnen
DHL Sparset-Codes vor der Preisänderung kaufenDifferenz zum neuen Preis je Code, plus 0,10 bis 0,30 Euro Sparset-Rabattnur Päckchen und Pakete, 10er-Sets, Codes drei Jahre gültig, Zusage für 2027 noch nicht bestätigt

Quellenlage und offene Punkte

  • Offiziell geprüft: Preisspielräume, Termine und Zusammensetzung (Bundesnetzagentur), aktuelle DHL-Preise, Services und Sparsets (DHL), aktuelle Hermes-Preise (myHermes), Kombiversand-Regeln (eBay).
  • Über Dritte, nicht über die Anbieter geprüft: DPD- und GLS-Preise (Paketda), Formatänderungen ab 2027 (inside digital), Weitergeltung der Sparset-Codes nach früheren Preiserhöhungen (Paketda, inside digital).
  • Offen: alle Einzelpreise ab 2027, ob DHL die Weitergeltung der Sparset-Codes auch 2027 ausdrücklich bestätigt, sowie der Umgang mit vorhandenen Briefmarken.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie teuer wird das Porto 2027?

Das steht noch nicht fest. Vorgeschlagen sind durchschnittliche Spielräume von 20,35 Prozent für Briefe und 10,72 Prozent für Privatkunden-Pakete. Würde die Post alle Briefprodukte gleich stark verteuern, läge der Standardbrief bei rund 1,14 Euro. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Preisankündigung.

Sind die Portoerhöhungen schon beschlossen?

Nein. Die Bundesnetzagentur hat am 12. Oktober 2026 einen Entwurf veröffentlicht. Kommentare sind bis zum 30. Oktober möglich, die endgültige Entscheidung soll im November fallen. Danach beantragt die Post die konkreten Preise, und die Bundesnetzagentur genehmigt sie.

Was ist der Unterschied zwischen Preisspielraum und Preiserhöhung?

Der Spielraum ist ein durchschnittlicher Rahmen für eine ganze Produktgruppe. Die tatsächlichen Preise legt die Post innerhalb dieses Rahmens fest. Einzelne Produkte können stärker, andere schwächer steigen.

Gilt die Erhöhung auch für Hermes, DPD und GLS?

Nein. Die Entscheidung der Bundesnetzagentur betrifft die Deutsche Post AG, also auch das DHL Paket für Privatkunden. Hermes, DPD und GLS legen ihre Preise selbst fest.

Welche Briefformate ändern sich?

Berichten zufolge sollen Großbrief und Maxibrief ab 2027 neue Maße und Gewichtsgrenzen bekommen. Die Post hat dazu noch keine verbindlichen Verbraucherinformationen veröffentlicht. Prüft die Hinweise der Post vor dem Versand.

Wie spare ich beim Paketversand am meisten?

Wählt das passende Produkt, vergleicht Anbieter nach Gewicht und Maßen, nutzt wo möglich die Zustellung an einen Paketshop und verschickt mehrere Artikel in einem Paket. Welcher Tipp wie viel bringt, hängt von Anbieter und Produkt ab. Pauschal günstiger ist keiner.

Lohnt sich ein Paket mit Sendungsverfolgung?

Bei Waren, deren Verlust ihr nicht tragen wollt, meist ja. Beim DHL Paket 2 kg zahlt ihr 1,00 bis 2,00 Euro mehr als beim Päckchen, erhaltet aber Sendungsverfolgung und Haftung bis 500 Euro.

Kann ich mir mit DHL-Coupon-Codes den alten Preis sichern?

Bei Päckchen und Paketen sprechen die Erfahrungen der letzten Runden dafür. DHL-Sparset-Codes sind drei Jahre gültig und galten nach früheren Erhöhungen laut Berichten ohne Aufzahlung weiter. Eine ausdrückliche Zusage für 2027 habe ich nicht gefunden. Ihr müsst zehn Marken je Set kaufen und sie rechtzeitig vor der Preisänderung erwerben. Für Briefe gilt das nicht.


Hinweis: Dieser Text gibt den Stand vom 14. Oktober 2026 wieder. Die Preise für 2027 sind noch nicht genehmigt, alle Angaben zu 2027 sind vorläufig. Preise und Bedingungen der Anbieter können sich ändern. Prüft vor dem Versand die aktuellen Angaben bei Deutscher Post, DHL, Hermes, DPD und GLS.

Über den Autor
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Der Schnäppchenpriester gehört praktisch zum Inventar von Geizschwein.de. Schon 2009 war es als Mitbegründer dabei und ist seitdem auf der Jagd nach sauguten Deals und allem, womit sich ein paar Euro sparen lassen. Im Magazin teilt es sein Wissen rund ums Sparen, Einkaufen und Schnäppchenjagen – manchmal mit einem Augenzwinkern, aber immer mit dem Ziel, mehr fürs Geld herauszuholen.
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