Was ist eigentlich RSS?

So funktioniert der Feed, der Dir das Web ohne Algorithmus, Werbung und Ablenkung liefert … Wer viel im Internet unterwegs ist, hat die drei Buchstaben RSS sicher schon einmal gesehen. Oft ist von einem „Feed“ die Rede, den man abonnieren soll – und das ist gar keine schlechte Idee. Denn RSS ist auch heute noch eine der einfachsten Möglichkeiten, Nachrichten, Blogs, Podcasts und Angebote zu bündeln und den Überblick zu behalten, ohne dass ein Algorithmus vorsortiert, was Du zu sehen bekommst.

Was bedeutet RSS?

RSS steht für „Really Simple Syndication“, ursprünglich auch „Rich Site Summary“. Es ist ein standardisiertes Verfahren, mit dem Websites ihre neuen Inhalte plattformunabhängig bereitstellen. Entwickelt wurde es bereits Ende der 1990er-Jahre und seitdem weiter gepflegt. Die Übertragung läuft im XML-Format. Ein verwandtes, ähnlich genutztes Format heißt Atom; für Nutzerinnen und Nutzer macht das in der Praxis keinen Unterschied, da die gängigen Lese-Programme beide verstehen.

Was Du am Ende siehst, erinnert nicht an die ursprüngliche Website, sondern eher an eine Nachrichtenliste: Überschrift, kurzer Anriss oder Volltext, Datum und ein Link zum Originalartikel. Möchtest Du mehr lesen, klickst Du einfach auf den Link.

Was ist ein RSS-Feed?

„Feed“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „Zufuhr“ oder „Einspeisung“. Und genau so funktioniert es: Ein Programm (der Reader) fragt in regelmäßigen Abständen bei den Websites nach, die Du abonniert hast, und holt neue Beiträge ab. Die Website stellt die Inhalte bereit, Dein Reader sammelt sie an einem Ort.

Welche Vorteile hat RSS?

  • Übersicht: Alle Quellen, die Dich interessieren, landen in einer einzigen Liste, statt dass Du jede Seite einzeln besuchen musst.
  • Keine Ablenkung: Du liest den Inhalt ohne Werbebanner, Pop-ups oder bunte Zusatzelemente.
  • Kein Algorithmus: Beiträge erscheinen in der Reihenfolge, in der sie veröffentlicht wurden, nicht in der, die ein System für Dich für interessant hält.
  • Kein Konto und kein Tracking nötig: Bei vielen Readern kommst Du ohne Anmeldung aus, und Deine Leseliste bleibt bei Dir.
  • Unabhängigkeit: Du bist nicht davon abhängig, ob ein soziales Netzwerk Beiträge anzeigt oder nicht. Auch Podcasts basieren technisch übrigens auf RSS-Feeds.
  • Themen bündeln: Je mehr Feeds Du abonnierst, desto besser lassen sich Neuigkeiten zu bestimmten Themen wie Technik, Sparen oder Nachrichten gezielt zusammenführen.

Woran erkenne ich, ob eine Seite RSS unterstützt?

Viele Websites zeigen einen Link oder ein kleines orangefarbenes Symbol mit Wellenlinien an, oft mit der Aufschrift „RSS“, „Feed“ oder „Abonnieren“. Manchmal ist es nur im Footer versteckt. Auch auf geizschwein.de findest Du einen Feed, über den Du die neuesten Artikel abonnieren kannst. Dort werden nur Ausschnitte angezeigt; für den ganzen Text klickst Du auf die Überschrift.

Findest Du kein Symbol, hilft oft ein Trick: Viele Reader erkennen den Feed automatisch, wenn Du einfach die Adresse der Website eingibst. Zusätzlich gibt es Browser-Erweiterungen, die einen vorhandenen Feed auf der gerade besuchten Seite anzeigen.

Wie rufe ich einen Feed ab? Brauche ich ein Programm?

Ja, in der Regel schon. Früher waren einfache Feed-Reader direkt in viele Browser eingebaut, doch die meisten aktuellen Browser haben diese Funktion entfernt oder nie besessen. Ein Klick auf einen Feed-Link zeigt deshalb häufig nur den nackten XML-Text an, mit dem man wenig anfangen kann.

Stattdessen nutzt Du einen eigenen Feed-Reader. Es gibt ihn in mehreren Varianten:

  • Webbasierte Reader: Sie laufen im Browser, funktionieren auf jedem Gerät und synchronisieren Deine Abos automatisch. Manche sind kostenlos, andere bieten Zusatzfunktionen gegen Bezahlung.
  • Apps für Smartphone und Tablet: Für iOS und Android gibt es zahlreiche Reader, die sich teilweise mit anderen Diensten synchronisieren lassen.
  • Programme für Windows, macOS und Linux: Sie speichern Deine Abos lokal und sind oft besonders datenschutzfreundlich, teils auch quelloffen.
  • Browser-Erweiterungen: Sie bringen einen Reader direkt in die Symbolleiste des Browsers und sind ein unkomplizierter Einstieg.
  • Selbst gehostete Reader: Für Technikbegeisterte gibt es Lösungen, die auf dem eigenen Server laufen und volle Kontrolle über die eigenen Daten bieten.

Worauf sollte man bei der Wahl eines Readers achten?

  • OPML-Import und -Export: Damit lässt sich Deine komplette Abo-Liste jederzeit sichern und in einen anderen Reader mitnehmen. So bist Du nie an einen Anbieter gebunden.
  • Geräteübergreifende Synchronisierung, wenn Du am Handy und am Rechner lesen möchtest.
  • Datenschutz: Ein Reader, der lokal arbeitet oder keine Anmeldung verlangt, sammelt weniger Daten über Dein Leseverhalten.
  • Komfortfunktionen wie Kategorien, Suche, Filter, Archivierung oder Offline-Lesen, wenn Du viele Feeds nutzt.
  • Pflege: Ein Blick darauf, ob die Software aktiv weiterentwickelt wird, lohnt sich – nicht alle älteren Programme werden noch gepflegt.

So startest Du in fünf Schritten

  1. Reader auswählen: Für den Einstieg reicht ein kostenloser webbasierter Reader oder eine Browser-Erweiterung.
  2. Feed-Adresse kopieren: Klicke bei einer Website auf das RSS-Symbol und kopiere die Adresse aus der Adresszeile, oder gib einfach die Webadresse der Seite in Deinem Reader ein.
  3. Feed hinzufügen: Füge die Adresse in Deinem Reader über „Feed hinzufügen“ oder „Abonnieren“ ein.
  4. Ordnen: Sortiere Deine Feeds und Deals in Kategorien, etwa „Nachrichten“, „Technik“ oder „Sparen“.
  5. Regelmäßig ausmisten: Feeds, die Du nie liest, kannst Du jederzeit wieder entfernen.

Fazit

RSS ist kein Relikt aus der Frühzeit des Internets, sondern eine schlanke und zuverlässige Möglichkeit, Inhalte selbstbestimmt zu lesen. Wer nicht möchte, dass ein Algorithmus entscheidet, welche Beiträge sichtbar sind, und wer Nachrichten, Blogs und Podcasts an einem Ort sammeln will, findet im Feed-Reader eine unkomplizierte Lösung – kostenlos, werbefrei und ganz ohne Konto.


Hinweis: Die verfügbaren Reader und Funktionen ändern sich laufend. Vor der Entscheidung für ein Programm lohnt sich ein kurzer Blick auf den aktuellen Funktionsumfang und die Datenschutzbestimmungen.

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